Ein „eingeschworener Haufen mit Spaß an der Fasnacht“,
„klein aber oho“, ein Verein mit „imposanter
Erscheinung“, der „Höhen und Tiefen erlebt hat“:
Selbstbewertung und lobende Einschätzung vieler befreundeter
Zünfte haben die Geburtstagsfeier der Fischbacher „Bächlesfischer“
am Samstag in der „Gockelwerkstatt“ geprägt.
Männer der ersten Stunde sowie Ehrenpräsidenten wurden
Zeugen von Ehrungen durch den Alemannischen Narrenring.

Die enge Verbundenheit zu der Narrenzunft „Seegockel“
war Grund dafür, dass die „Bäfis“ erstmals
nach 50 Jahren ihre Gemeindegrenze verließen, um in der
Gockelwerkstatt im Hafen zu feiern. Sicherlich einer der emotionalsten
Momente anlässlich dieser Feier zum 50. Geburtstag war das
Geschenk von Ehrenmitglied Erwin Wicker an Gruppenführer
Bernd Wolferseder: Erwin, der zusammen mit seinem Bruder Otto
vor 50 Jahren die Zunft aus der Taufe gehoben hatte, vertraute
seine Maske – das Original mit der Nummer eins – dem
Bächlesfischer-Chef an. Vor zehn Jahren, zum 40., hatte er
bereits sein Häs zur Verfügung gestellt. „Ich
bin stolz auf euch“, sagte Wicker und erinnerte daran, dass
die Zunft aus einer „kleinen Familie“ entstanden sei
und heute noch eine Familie sei, nur größer. Familienoberhaupt
von derzeit 146 Narrenkindern ist Bernd Wolferseder. Er erinnerte
daran, dass es in den 50 Jahren keine Selbstverständlichkeit
gewesen sei, den Verein zusammen zu halten. Engagierten Mitgliedern
sei es zu verdanken gewesen, dass der Verein auch die schwierige
Zeiten Ende der 90er-Jahre überwunden habe. „Wir sind
ein eingeschworener Haufen, der Spaß an der Fasnet hat“,
mit dieser Einschätzung übergab er das Mikrofon an die
Gratulanten. Bürgermeister Peter Hauswald bezeichnete die
Bächlesfischer vom Häfler Westend als „imposante
Erscheinung“. Die Fischbacher würden einen wesentlichen
Beitrag zur Erhaltung des närrischen Brauchtums beitragen,
so Hauswald.
Landrat Lothar Wölfle machte zu Beginn seiner Grußworte
einen Ausflug in die Politik, indem er Martin Hahn (MdL der Grünen)
unter den Anwesenden vermisste, denn: „So viel Blödsinn
wie Hahn in die letzten Wochen über den Straßenbau
verbreitet habe“, das „erzähle man nur in der
Fasnacht“. Die Fischbacher Narrenzunft solle „Dankbarkeit
empfinden“ für die Leute, die „immer für
den Verein da sind“, so die Empfehlung des Landrats. „Wir
sind Narren, die das Leben genießen, in guten und in schlechten
Zeiten“, Charly Meier, Präsident des Alemannischen
Narrenrings, fasste zusammen, was zuvor der Häfler Narrenpräsident,
Ernst Weinert, Zunftmeister Ulrich Müller, Alex Ulmer vom
Elferrat sowie Vertreter zahlreicher befreundeter Zünfte
in ihren Grußworten zum Ausdruck brachten.
Mit „Fischbach a – hoi“ wurden die zu Ehrenden
auf die Bühne geholt: Gabi Schuf, Carola Langkönig und
Andreas Kelbing, sie erhielten den Hästrägerorden der
„Bäfis“. Den Silberkranzorden des Alemannischen
Narrenrings wurde an Petra Frohnapfel, Bernd Mosbacher, Stefan
Flintrop und Bernd Wolferseder vergeben. Vereinsintern gab es
für Carola Langkönig und Susanne Mascht eine Auszeichnung
für elf Jahre Mitgliedschaft, Bernd Mosbacher ist bereits
22 Jahre dabei.
(Bericht Schwäbische Zeitung)